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Anka
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Mein Coming Out

 

Es begab sich zu der Zeit, als die Römer noch mit den Griechen......ich also ca. 15 Jahre alt war. Wir gingen vom Deutschunterricht aus ins Theater und ich war so von den Beinen der Hauptdarstellerin fasziniert, dass ich von der Handlung nicht allzu viel mitbekam.

Später im Unterricht mußten wir unsere Eindrücke schildern und das einzige was ich sagen konnte war:“...aber schöne Beine hatte sie“. Ups, war mir das hinterher peinlich.

So zog sich das ganze noch einige Jahre hin, in denen ich zwar an Frauen dachte, aber mir nicht eingestehen wollte, dass sie mir mehr bedeuteten als „normal“.

Irgendwie konnte ich es auch nie richtig verstehen, was meine Freundinnen an ihren Freunden fanden. Natürlich  meinte ich damals auch noch, dass ich hetero bin und meinte mich auch verlieben zu müssen, was ich auch tat.

Später meinte ich dann zu einem Jungen, dass ich lieber eine Frau als ihn küssen möchte. Er tat mir zwar leid, aber ich hatte damit das erste mal das ausgesprochen, was ich schon länger in mir trug  ( worüber ich mir heute im klaren bin).

Innerlich war also für mich jetzt alles klar und ich fühlte mich mit dem Gedanken auch „sauwohl“. Nur fragte ich mich dann, wie wohl meine Umgebung darauf reagieren würde, denn ich wollte mich und meine Freundin ja nicht verstecken.

Als erstes erzählte ich es meinem damaligem Chef, der schon immer „doofe“ Bemerkungen in dieser Hinsicht zu mir machte. Er ist heute immer noch der Meinung, dass ich nach einer Nacht mit ihm alle Frauen vergessen würde. Hahaha....

Meine neugierige Mitbewohnerin war das zweite „Opfer“. Ich kam von Einem Treffen mit einer Frau zurück und sie wollte wissen, wo ich gewesen bin. Ich ließ sie raten. Das Ergebnis hatte sie sich zwar nicht so vorgestellt, aber sie fand das „cool“.

Ich hatte es natürlich nicht darauf abgesehen mich zu outen. Die Situation ergab es immer. Meiner Mutter erzählte ich an einem Sonntag beim Mittagessen, dass ich in Hannover auf dem „Tummelplatz der Lüste“ gewesen bin und dass sich dort Homosexuelle treffen würden. Sie fragte mich ob ich auch lesbisch sei, ich sagte ja und somit war „es“ raus. Sie fand und findet das in Ordnung und hat kein Problem damit. Nur fand sie es sehr überraschend, als ich ihr meine Freundin vorstellte, dass sie nicht kurzhaarig und burschikos war. Aber mittlerweile weiß sie auch, dass nicht alle Lesben aussehen als wären es Männer.

Bisher hat sich noch keiner meiner Freunde oder Verwandten von mir abgewandt. Warum auch? Ich bin immer noch dieselbe Anka, ob ich nun Frauen oder Männer liebe, oder?

Anka

 

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Stand: 14. April 2000