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Mein
Coming Out
Später
im Unterricht mußten wir unsere Eindrücke schildern und das einzige was ich
sagen konnte war:...aber schöne Beine hatte sie. Ups, war mir das
hinterher peinlich. So
zog sich das ganze noch einige Jahre hin, in denen ich zwar an Frauen dachte,
aber mir nicht eingestehen wollte, dass sie mir mehr bedeuteten als normal. Irgendwie
konnte ich es auch nie richtig verstehen, was meine Freundinnen an ihren
Freunden fanden. Natürlich meinte
ich damals auch noch, dass ich hetero bin und meinte mich auch verlieben zu
müssen, was ich auch tat. Später
meinte ich dann zu einem Jungen, dass ich lieber eine Frau als ihn küssen
möchte. Er tat mir zwar leid, aber ich hatte damit das erste mal das
ausgesprochen, was ich schon länger in mir trug
( worüber ich mir heute im klaren bin). Innerlich
war also für mich jetzt alles klar und ich fühlte mich mit dem Gedanken auch
sauwohl. Nur fragte ich mich dann, wie wohl meine Umgebung darauf
reagieren würde, denn ich wollte mich und meine Freundin ja nicht verstecken. Als
erstes erzählte ich es meinem damaligem Chef, der schon immer doofe
Bemerkungen in dieser Hinsicht zu mir machte. Er ist heute immer noch der
Meinung, dass ich nach einer Nacht mit ihm alle Frauen vergessen würde.
Hahaha.... Meine
neugierige Mitbewohnerin war das zweite Opfer. Ich kam von Einem Treffen
mit einer Frau zurück und sie wollte wissen, wo ich gewesen bin. Ich ließ sie
raten. Das Ergebnis hatte sie sich zwar nicht so vorgestellt, aber sie fand das
cool. Ich
hatte es natürlich nicht darauf abgesehen mich zu outen. Die Situation ergab es
immer. Meiner Mutter erzählte ich an einem Sonntag beim Mittagessen, dass ich
in Hannover auf dem Tummelplatz der Lüste gewesen bin und dass sich dort
Homosexuelle treffen würden. Sie fragte mich ob ich auch lesbisch sei, ich
sagte ja und somit war es raus. Sie fand und findet das in Ordnung und hat
kein Problem damit. Nur fand sie es sehr überraschend, als ich ihr meine
Freundin vorstellte, dass sie nicht kurzhaarig und burschikos war. Aber
mittlerweile weiß sie auch, dass nicht alle Lesben aussehen als wären es
Männer. Bisher
hat sich noch keiner meiner Freunde oder Verwandten von mir abgewandt. Warum
auch? Ich bin immer noch dieselbe Anka, ob ich nun Frauen oder Männer liebe,
oder? Anka |
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