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Benefiz
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Pressemitteilung, mit der Bitte um Veröffentlichung in Ihrem Veranstaltungskalender.

 

Benefiz für ältere Lesben und Schwuleam 17. Juni 2000

"AltenpfleGayheim" e. V. & das autonome AStA-Schwulenreferat "Frankfurter SchWule" präsentieren:

Gala-Abend mit Kleinkunst, Musik, Gesang und Travestie und Start der bundesweiten Spenden-Aktion: 5 Mark für das AltenpfleGayheim

Samstag, 17. Juni 2000, um 20.00 Uhr

Festsaal im StudentInnenhaus der J. W. v. Goethe Universität Jügelstraße 1 (Innenhof), Ffm- Bockenheim

Einlaß ab 19:00 Uhr

Karten im Vorverkauf ab dem 18.04.2000 (30,-DM, ermäßigt 25,-DM) über die Oscar-Wilde-Buchhandlung, Alte Gasse 51 - Frankfurt am Main (Tel.: 28 12 60)

Stargäste: "Die Mainsirenen" der schwule Männerchor, Sabine Fröhlich Songs and Musicals, "Der flotte Dreier" Kleinkunst, "Jasmin" - Welthits, "Isabella & Zarah" Tavestie, "Perfekte Mischung" Hip-Hop u. a. Die Moderation übernimmt Mathias Münch (HR/ZDF). Grußwort einer VertreterIn des Magistrats der Stadt Frankfurt/M. Mit den Einnahmen der Benefizveranstaltung werden die Projektarbeiten des "AltenpfleGayheim" e. V. unterstützt. Mit der Aktion: 5 Mark für das AltenpfleGayheim, soll die Verwirklichung des Projektes beschleunigt werden. Jede Lesbe und jeder Schwule in Deutschland soll aufgerufen werden 5 DM hierfür zu spenden. Diese werden in eine vorgesehene Stiftung einfließen. Der Verein wurde letztes Jahr zum CSD im Juni von lesbischen und schwulen Pflegefachkräften aus der Altenarbeit und dem Studiengang Pflege (FH) gegründet. Vorrangiges Ziel des Vereins ist die Errichtung eines lesbisch-schwulen Altenpflegeheimes mit integrierten Wohnappartements in Frankfurt/M.. Hier soll für ältere Lesben und Schwule ab dem 60. Lebensjahr ein Ort geschaffen werden, wo sie auf nahem und selbständig erreichbaren Raum Menschen treffen, die eine ähnliche verbindende Lebenswelt hatten und haben. Im zunehmenden Alter ist es dem einzelnen Menschen allerdings nicht immer möglich diese Lebenswelten von sich aus aufrechtzuerhalten. Soziale Netzwerke können sich durch den eintretenden Verlust von FreundInnen auflösen. Das betreute Wohnen soll die sozialen Kontakte untereinander fördern und dadurch die/den Einzelnen stabilisieren, wenn sie/er das möchte. Geplant ist eine stadtteilbezogene Einbindung, sowohl in die lesbische, schwule, als auch hetero Kultur und zu anderen Einrichtungen der Jugend- und Altenarbeit. Natürlich ist der Lebens-, Wohn- und Pflegebereich auch gegenüber toleranten Heterosexuellen geöffnet. Im Falle der Pflegebedürftigkeit bedeutet es für die Einzelne ein erhöhtes Maß an Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit von Dritten. Klar wollen wir alle bis zum Tod autark - selbständig - autonom sein. Doch mit zunehmenden körperlichen und psychischen Veränderungen eines jeden Menschen (egal in welchem Alter) erkennen wir, daß wir einer Illusion aufsitzen. Die Realität holt uns dann (vielleicht zu spät) in den herkömmlichen Alteneinrichtungen ein. Aus Erfahrungen wissen wir, daß oft ältere Lesben und Schwule in den Altenpflegeheimen oder Betreuten Wohnanlagen ihre sexuelle Identität, also ihr Leben, immer noch oder sogar erneut, verstecken, weil sie Angst vor und durch die Diskriminierung durch das Pflegepersonal oder/und die MitbewohnerInnen haben. Wir spüren zwar eine gesellschaftlich zunehmende Toleranz, doch die Diskriminierung in vielen Lebensbereichen (Bsp. Arbeitsplatz) ist leider noch alltäglich. Nun kommen verstärkt die Generationen der offen lebenden Lesben und Schwulen "in die Jahre". Wie wollen sie leben, wohnen und gepflegt werden in ihren nächsten Lebensabschnitten? Wollen sie dann vor Ort allein dafür kämpfen, daß sie "legitimiert" einen gleichgeschlechtlichen Besuch empfangen oder die Bilder der früheren LebenspartnerInnen an der Wand hängen dürfen, ohne gleich wieder exotische Blume auf englischem Rasen zu sein, die mit Spott abgeknickt wird? Der Verein "AltenpfleGayheim" will Ende des Jahres eine Befragung zu den Lebens- und Wohnweisen und den Erwartungen und Wünschen von älteren Lesben und Schwulen in Hessen durchführen. Die konzeptionelle Arbeit für das Projekt wird sich anschließend an den tatsächlichen Ergebnissen orientieren.

Weitere Informationen bei:

AltenpfleGayheim e. V. ,

c/o Walter Paul,

Am Stiegelschlag 5,

60385 Ffm., 069/ 4693211

 

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Stand: 15. May 2000