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Unsere
Schreiberin aus der Coming Out Ecke bat uns Mitwirkende im Team, mal über unser
Coming Out etwas zu schreiben. Die Idee fand ich ganz gut, da mein eigenes Coming
Out, wenn ich es überhaupt so nennen kann, schon sehr lange zurück
liegt.....2 Jahre?......5 Jahre?....10 Jahre?...., nein schon 14 Jahre. Das soll
aber jetzt nicht heißen, dass ich schon ein Gruftie bin. Nein im
Gegenteil ich bin stolz darauf, schon so früh sagen zu dürfen Ich liebe
Frauen. Ich
merkte schon sehr früh, dass ich mich zu Frauen hingezogen fühle. Es fing
eigentlich schon an, als ich im smarten Alter von 10 Jahren war. Ich wurde
damals von meinen Eltern für 6 Wochen in Kur geschickt, war Ihnen wohl zu dünn
mit meinen grade mal 25Kilo. Und wie
das Schicksal (so bezeichne ich das ganze mal) wollte, bekam ich ein Zimmer, wo
nur ich und noch ein Mädchen hausten. Ich fand schnell heraus, dass dieses Mädchen
dort eine Ausbildung machte. Es war
dort üblich um 20Uhr die Nachtruhe einzuläuten. Meine Zimmergenossin kam dann
auch immer und las mir eine Geschichte vor (auch eine Art von Bildung Ich
bemerkte erst ein paar Tage später, dass dieses Mädchen mich wohl nett gefunden
haben muss. Sie beobachtete mich ständig und lag jeden Abend bei mir im Bett
und streichelte mich zärtlich. Eines
Tages fragte sie mich, ob ich schon mal geküsst hätte, und da ich ja noch
unerfahren auf diesem Gebiet war, sagte ich nein. Ich weiß nicht und ich habe es
nie rausgefunden, was Sie dazu veranlasste, aber Sie küsste mich zärtlich auf
den Mund. Sie erklärte und zeigte mir dann genau, wie man einen Zungenkuss macht.
So lernte ich das Küssen. Aber dass ich das von einer Frau gelernt habe, war mir
eigentlich da noch sehr egal. Ich war auf jeden Fall stolz darauf, dass ich jetzt
endlich küssen konnte. Die 6 Wochen vergingen wie im Fluge, als ich wieder zu
Hause ankam. Das war
ja wohl jetzt nicht mein Coming Out werden viele jetzt denken, nein das war es
nicht, aber es war meine erste Erfahrung mit einer Frau. Dann kam
meine Einschulung und es dauerte nicht lange, da hatte ich so ein komisches
Kribbeln im Bauch gespürt, als ich dieser Frau in meiner Schule zum ersten Mal
begegnet bin. Sie hieß Diana, was ich mit Hängen und Würgen rausfand. War ich
etwa verliebt?. Das
musste so sein, denn ich konnte meine Blicke nicht von ihr lassen. Ich träumte
sogar nachts von ihr. Was war
das für ein Gefühl, was mich verrückt machte, wo ich aber nicht drüber reden
konnte? Liebe?
Begehren? Neugierde? Eifersucht? Reiz?. Ich wusste es nicht und das machte mir
sehr große Kopfschmerzen. Ich machte den Versuch, sie als Freundin zu gewinnen,
was auch wieder mit Hindernissen verbunden war, da sie meinte sie wäre kein
Mutterersatz. Aber ich kämpfte wenigstens für eine Freundschaft, die sich auch
entwickelte. Das ging 4 Jahre lang, als Sie dann von der Schule ging und ich den
Kontakt zu ihr etwas verloren habe. In dieser Zeit habe ich ihr aber gesagt, dass
ich mich in sie verguckt habe und sie liebte. Es war für mich nicht einfach,
ihr das zu sagen, aber ich war froh, als es endlich ausgesprochen war. Ich
dachte dann mal erst nach und musste mich mit dieser Situation erst vertraut
machen. Ich
stellte mir Fragen über Fragen und bekam aber keine Antworten darauf, weil ich
ja mit dieser Situation immer noch alleine da stand. War ich etwa
lesbisch?. Was ist das und wird man davon krank oder bin ich krank? Diese
Fragen beschäftigten mich sehr lange, bis ich ca. 2 Jahre später, da ging ich
mit einem Bekannten aus, festgestellt habe, dass ich wohl doch so sein musste. Es
war eine Schwulenkneipe, wo auch Frauen waren. Ich verguckte mich noch am selben
Abend in eine nette doch auch unscheinbare Frau und sprach sie an. Und nun
wusste ich es endlich, ich war lesbisch. Nach einer Woche nahm ich meine
Mutter mal mit in diese Kneipe und beichtete ihr endlich mein Coming Out, dass ich
Frauen liebte. Sie war zwar erschrocken, aber sie versuchte es auch zu tolerieren,
was mir erst recht das Selbstbewusstsein gab. Heute bin ich stolz darüber,
solche Eltern zu haben, die mich so akzeptieren wie ich bin, auch wenn sie sich
immer noch Enkelkinder wünschen. Und ich bin stolz, eine LESBE zu sein. Claudia
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