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Geschichtliche Entwicklung der Ernährung
Es gilt hierbei zu klären, welche Ernährungsform der menschlichen Natur am
ehesten entspricht und welche daher als natürliche Ernährung angesehen
werden kann.
Der Mensch ist in der Lage, sich mit sehr unterschiedlicher Nahrung, sogar
extrem unterschiedlicher, zu ernähren. Dies zeigt, dass der Mensch in Bezug
auf die von der Natur gebotenen Lebensmitteln im Rahmen sehr langer
Zeiträume ein großes Anpassungsvermögen besitzt.
Bei der historischen Betrachtung können grob fünf wichtige
Entwicklungsphasen unterschieden werden.
1. Der Zeitraum bis vor etwa 14 Millionen Jahren
Der älteste Vorfahr des Menschen, der Ramapithecus lebte auf den Bäumen
und ernährte sich rein pflanzlich, hauptsächlich von Blättern.
2. Vor etwa 14 Millionen Jahren
Fand eine Erweiterung des Verzehrs durch Kräuter, Wurzeln, Früchte und Samen
statt.
3. Vor etwa 4 Millionen Jahren
Verzweigte sich der rein pflanzlich lebende Stamm Australopithecus in
einen
- weiterhin ausschließlich
pflanzenverzehrenden Stamm, der nach ca.
2 Millionen Jahren ausstarb.
- Und einen zweiten Stamm, aus
dem sich die Gattung Homo Sapiens
entwickelte.
Über die Ernährung dieser ersten Menschen gehen die Meinungen weit
auseinander. Der überwiegende Teil der Forscher ist der Ansicht, dass der
Urmensch in dieser Phase zunehmend und hauptsächlich tierische Nahrung
verzehrt habe. Wobei aber auch immer pflanzliche Nahrung in der Kost
vorhanden gewesen sei.
Für diese Epoche entstand der Begriff des Jägers und Sammlers.
4. Vor etwa 10000 Jahren
Erfolgte die systematische Einleitung des Ackerbauzeitalters (neolithische
Revolution). Die pflanzlichen Lebensmittel wurden nun endgültig die
überwiegende Komponente. Mit der Landwirtschaft konnte der Mensch die Natur
gezielt nutzen und erreichte so eine weit größere Unabhängigkeit von den
äußeren Bedingungen.
Die Entwicklungsgeschichte der Ernährung des Menschen über Millionen von
Jahren zeigt, dass sich die Menschen über fast alle Entwicklungsphasen hinweg
ausschließlich oder stark überwiegend von pflanzlicher Kost ernährt haben.
Die Menschen adaptierten sich im Laufe der Jahrtausende an die für die
jeweilige Region typische Nahrungsmöglichkeiten.
Die evolutionsgemäße Kost bedeutet heute für fast alle Menschen der Erde
eine gemischte, jedoch stark überwiegend pflanzliche Kost, die somit als
natürliche Ernährung des Menschen angesehen werden kann.
Für einige große Bevölkerungsgruppen besteht die Kost aber auch heute noch
fast ausschließlich aus pflanzlicher Nahrung (z.B. Südasien), dagegen
verzehren nur relativ kleine Gruppen ausschließlich tierische Nahrung (z.B.
Eskimos, Massai).
Der anatomische Vergleich mit der Tierwelt weist darauf hin, dass der Mensch
zwischen beiden Extremen, also als Allesesser, eingestuft werden kann, aber
mehr mit der Betonung zum Pflanzenesser.
5. Die letzten 100-200 Jahre - seit Beginn der
Industrialisierung bis
heute
In diesem Zeitraum haben sich die Ernährungsgewohnheiten in einem Umfang
geändert wie nie zuvor. An die Stelle der voluminösen, kohlenhydratreichen,
vorwiegend pflanzlichen und weitgehend unbearbeiteten und daher
ballaststoffreichen Nahrung trat eine konzentrierte, protein- und
fettreiche, durch einen hohen tierischen Anteil gekennzeichnete und stark
verarbeitete ballaststoffarme Nahrung. Diese schnelle Nahrungsänderung
stellt ein Risiko für die Gesundheit dar und könnte erst, wenn überhaupt, im
Laufe mehrerer tausend Generationen abgefangen werden.
Verschiedene Ernährungsformen mit vorwiegend pflanzlicher Nahrung haben sich
bis heute gehalten und werden aus verschiedenen Gründen zunehmend
praktiziert.

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