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New York (dpa) - Das Warten hat ein Ende. Zehn Jahre nach dem Tod Greta Garbos werden jetzt die vielleicht pikantesten Geheimnisse aus dem Leben der Hollywood-Diva gelüftet. Liebte sie Mercedes de Acosta wirklich oder hat sie die ebenso schöne wie umtriebige Drehbuch- Autorin nur benutzt? Ist sie mit dem schwulen Fotografen Cecil Beaton ins Bett gegangen, um Mercedes dafür eins auszuwischen, dass die auch mit Marlene Dietrich schlief? Antworten könnten 55 Briefe, 17 Karten und 15 Telegramme der Garbo enthalten, die de Acosta vor 40 Jahren eingepackt, versiegelt und dem Promi-Archiv "Rosenbach Museum & Library" in Philadelphia anvertraut hatte. Unter einer strengen Auflage: Erst zehn Jahre nach ihrem eigenen oder dem Tod der Garbo dürfe das Siegel der Verschwiegenheit gebrochen werden. Das wird am Samstag (15. April) geschehen - exakt am zehnten Todestag der "Göttlichen", die als Mata Hari, Anna Karenina und Ninotschka die berühmteste Filmdiva ihrer Zeit war. Seit 1931 soll die Affäre zwischen der Schauspielerin und der Autorin viele Höhen und Tiefen gehabt haben, voll von Sehnsüchten, Selbstverleugnung, Eifersucht und Hass. Bis 1960 blieben sie noch befreundet. Doch dann brach die Garbo, die längst zurückgezogen in New York lebte, den Kontakt ab. Sie war erzürnt und zutiefst darüber enttäuscht, dass die Ex-Geliebte in ihren Memoiren über die Beziehung berichtete - und dabei wohl so manches Detail hinzudichtete. Kaum etwas hasste die 1905 in Stockholm als Seemanns-Tochter geborene Greta Lovisa Gustafsson so sehr, wie unerwünschte Blicke in ihr Privatleben. "Ein Filmstar zu sein", beklagte sie, "bedeutet, dass man aus allen möglichen Perspektiven betrachtet wird. Du wirst niemals in Frieden gelassen, Du bist einfach Freiwild." 1941 zog sich die Garbo überraschend zurück, nachdem der Film "Die Frau mit den zwei Gesichtern" sich als Flop erwies. Nie verstummten die Gerüchte, dass die Angst, als Lesbe entlarvt zu werden, bei Garbos Weggang aus Hollywood eine Rolle spielte. Auch deshalb wird sie nun zu einer Ikone der amerikanischen Lesbenbewegung. Kurz nach der Zurschaustellung ihrer Briefe werden die Dokumente zu einem Highlight des "größten Festes schwuler und lesbischer Kultur" der USA, wie das Rosenbach-Museum ankündigte. Die Beziehung zwischen Garbo und de Acosta und die Probleme, die Lesben auch heute noch in der überwiegend prüden US-Gesellschaft haben, sollen beim "PrideFest America" Anfang Mai in Philadelphia ausgiebig anhand des Briefwechsels diskutiert werden. Nach der sexwütigen de Acosta ("Ich kann jede Frau jedem Mann abspenstig machen") war es vor allem 1994 der Autor Hugo Vickers, der aus Garbos Liebesleben Kapital schlug. Er schlachtete für das Buch "Loving Garbo" unter anderem Interviews mit Zeitzeugen sowie die bis dahin zugängliche Korrespondenz der "Göttlichen" aus und konzentrierte sich auf deren Affären mit de Acosta und Cecil Beaton. Doch gerade der Briefwechsel mit Beaton lässt eher vermuten, dass die jetzt an die Öffentlichkeit kommenden Schreiben der Garbo kaum erotischen Zündstoff enthalten. Während Beaton die Geliebte mit der für sie offenbar erotischen Vorstellung aufzog, ein junger Mann zu sein ("Kannst Du schon mit einem Rasierer umgehen?"), übte die Skandinavierin nordische Zurückhaltung. Zwar schrieb sie oft an Beaton, aber nie offen über Sex. Ganz anders war die heißblütige, aus Kuba stammende de Acosta, deren Hollywood-Ruhm nicht auf ihrer Arbeit, sondern allein auf ihren prominenten Eroberungen basierte. Dadurch angeregt erfand Schriftsteller Truman Capote das "internationale Gänseblümchenspiel". Dabei mussten Prominente über ihre Bettkontakte in Verbindung gebracht werden. Gab es eine Lücke, durfte man de Acosta als "Joker" einsetzen. ©dpa
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