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Pressemitteilung der
Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V. Die
Europäische Kommission und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend fördern das 1. Europäische Symposium: Gewalt gegen Lesben Seit 1999 setzt die Lesben
Informations- und Beratungsstelle e.V. (LIBS) in Frankfurt in ihrer Arbeit einen
neuen Schwerpunkt auf das Thema Gewalt gegen Lesben Im November 1999 konnte ein
europaweites Projekt begonnen werden, das von der Europäischen Kommission und
dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.
Die Schirmherrschaft hat Bundesministerin Dr. Christine Bergmann übernommen. Es
ist in Deutschland das einzige seiner Art, das im Rahmen der Daphne Initiative -
einem europaweitem Aktionsprogramm zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und
Kinder - finanziert wird. Hintergrund des Projektes
sind verschiedene Studien, die belegen, dass durchschnittlich zirka 80 Prozent
der Lesben bereits Erfahrungen mit Gewalt und Diskriminierung gemacht haben.
Obwohl die homosexuelle Lebensweise in Deutschland auf immer mehr öffentliche
Akzeptanz stößt, wird die Alltagsrealität von Lesben immer noch durch
Gewalterfahrung und Diskriminierung geprägt. Sie sind unterschiedlichster Art,
wobei psychische Übergriffe viermal und sexualisierte Formen von Gewalt doppelt
so häufig wie körperliche Angriffe stattfinden. Viele Lesben erleben weitere
Diskriminierung aufgrund anderer Merkmale, so beispielsweise ihrem Geschlecht,
ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer körperlichen Behinderung. Dies
belegt eine neue Studie von Constance Ohms (Quer Verlag, 2000), die das Projekt
im LIBS leitet. Vorrangiges Ziel des
Projektes ist es, anhand eines europäischen Austauschs Präventions- und
Interventionskonzepte zu entwickeln, die den spezifischen Ausdrucksformen der
Gewalt gegen Lesben und ihren Lebensbedingungen gerecht werden. Deshalb ist die
Förderung einer europaweiten Vernetzung zu anderen Anti-Gewalt Projekten ein
weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit. Für das Projekt konnten
als KooperationspartnerInnen das Frauenreferat der Stadt Frankfurt, die
Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Stadt
Wien und die Lesbenberatung e.V. in Berlin gewonnen werden. Sie tragen
wesentlich zur Erarbeitung der Präventions- und Interventionskonzepte und deren
Umsetzung in den jeweiligen Ländern bei. Im Zentrum des Projektes
steht ein Europäisches Symposium, das vom 26. Mai bis 28. Mai 2000
in Frankfurt am Main stattfinden
wird. Das Symposium beginnt am 26.
Mai mit einem Empfang der Stadt Frankfurt für geladene Gäste im Kaisersaal
des Römers. Neben einer VertreterIn der Stadt Frankfurt wird Ministerialrätin
Renate Augstein im Namen der Schirmherrin die anwesenden ExpertInnen begrüßen.
Der Polizeipräsident der Stadt, Herr Weiß-Bollandt, hat sein Erscheinen
bereits zugesagt. Sejal Parmar, eine
Vertreterin der International Gay and Lesbian Association, wird einen
Vortrag zu Sexuelle Orientierung und die Europäische Union halten. Das Symposium wird
am 27. Mai 2000 mit einer Podiumsdiskussion zu dem Thema Der
Gewaltbegriff zwischen Feminismus und Strafrecht eröffnet. TeilnehmerInnen sind
Susanne Kappeler, vielen noch bekannt als Autorin des Buches, Der Wille zur
Gewalt Die Politik des persönlichen Verhaltens und Prof. Dr. Volker
Krey, ehemaliger Richter am Oberlandgericht Trier und heutiger Universitätsprofessor
für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Uni Trier. Moderiert wird die
Diskussion von Anita Heiliger, die die Münchner Kampagne Aktiv gegen Männergewalt
an Frauen und Mädchen/Jungen wissenschaftlich begleitet hat. Im Anschluss werden
verschiedene Ansätze einer möglichen Präventions- und Interventionsarbeit von
internationalen ExpertInnen vorgestellt. Die Themenbereiche umfassen unter
anderem Wissenschaft und Forschung, Mädchenarbeit, Beratung, Therapie,
Zusammenarbeit mit der Polizei und praktische Umsetzungsmöglichkeiten. In der abschließenden
Podiumsdiskussion am Sonntag, den 28. Mai 2000 sollen
die Chancen und Grenzen einer staatlichen Antidiskriminierungspolitik aufgezeigt
werden. Persönlichkeiten des
politischen Lebens, so beispielsweise Christina Schenk MdB, Ozan Ceyhun MdEP,
Claus Nachtwey des Berliner Lesben- und Schwulenreferats, Jeanette Nijboer der
Stadt Amsterdam und Angela Schwarz von der Antidiskriminierungsstelle für
gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Stadt Wien werden über dieses Thema
diskutieren. Die Fachtagung richtet
sich nicht ausschließlich an Lesben, sondern in besonderem Maß an Fachkräfte
und MultiplikatorInnen, die mit der Problematik konfrontiert sein könnten, wie
zum Beispiel: Polizei, Staatsanwaltschaft, im Sozial- und Gesundheitsbereich Tätige,
LehrerInnen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen. Veranstaltungsort:
Philipp-Jacob-Spener Haus, Dominikanergasse 5, Frankfurt am Main Kontakt:
Libs e.V. Anti-Gewalt-Projekt: Alte Gasse 38 60313 Frankfurt Telefon: 069 21 999 731 Fax: 069 21 999 732 e-mail: daphne@libs.w4w.net
Pressearbeit:
Regina Buchholz homepage: http://libs.w4w.net
Telefon: 069/ 444991 Ansprechpartnerin:
Constance Ohms e-mail: regina.buchholz@t-online.de
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