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Melle
Manuela Melle zur neuen Home der Bunten Lesben

 

 Erotische Orte

 

Zu diesem Thema würde ich, als Küken unserer heiteren Truppe, nur zu gern das Unschuldslamm spielen. Aber erstens heißt es doch schließlich: „Mitgehangen, mitgefangen!“ und außerdem würden mir wahrscheinlich so 2 bis 3 Damen aus der Zeitung das kleine, unschuldige Engelchen eh nicht abkaufen. Aber da die ernste und romantische Seite erotischer Erlebnisse an interessanten Orten schon von Manu in der letzten Ausgabe behandelt wurde, werde ich mich dem ironischen Hin-und-her  von Realität uns Phantasie widmen.

 

Die Sache mit den Orten kann nämlich ziemlich verzwickt sein. Vor allem dann, wenn Realität und Phantasie einfach keine Einheit bilden möchten. Das ist jedenfalls bisher bei mir der Fall. Denn während ich von sagenumwobenen Plätzen, freier Natur und lauen Sommernächten träume, gerate ich an die unromantischsten und obskursten Orte. Ich befürchte, dass es sich dabei um Begebenheiten handelt, die gemeinhin unter „Ironie des Lebens“ zusammengefasst werden. Denn anstatt mit meiner Liebsten in einer lauen Vollmondnacht auf dem Rock of Cashel (einer alten, imposanten Klosterruine in Irland) eine dermaßen romantische Nacht zu verbringen, dass man meint , die Erde müsse unweigerlich anfangen zu beben, lande ich in einer Umkleidekabine einer sehr bekannten Kaufhauskette. Nun ja, der Blick der Verkäuferin sprach Bände. Wir haben dann stillschweigend und breit grinsend das Kaufhaus verlassen, denn jeder Kommentar zur Beruhigung der Verkäuferin wäre sinnlos gewesen. Was hätte ich denn da noch sagen sollen??? Etwa: „Sorry, aber ich bin da so reingerutscht.“?! Besser nicht!

 

Tja, und da ein Parkhaus auch nicht unbedingt ein mit Blumenduft geschwängerter Ort ist, an dem einem eine leichte Brise spätsommerlicher Luft um die Nase weht, frage ich mich langsam schmunzelnd, ob ich nicht doch vielleicht etwas falsch mache. Allerdings hat man ja nun nicht immer wahnsinnig viel Zeit, um die Sache an einen anderen Ort zu verlegen. Außerdem ist ja nun hin und wieder auch ein klein wenig Spontaneität gefragt, wenn es frau mal so überkommt. Und muss ich gestehen, dass es mir so eigentlich ganz gut gefällt, auch wenn ich in einem Parkhaus nicht unbedingt die Erfüllung eines lang gehegten Traumes finde. Aber mir widerstrebt es, solche Erlebnisse zu planen und auf diese Weise ist es doch immer wieder überraschend und spannend. Es wäre doch ziemlich langweilig, wenn alles immer reibungslos funktionieren und jeder Traum sich mir nichts dir nichts erfüllen würde. Ich warte da gern noch ein wenig, ist nur die Frage, wie viele Umkleidekabinen und Parkhäuser bis dahin noch meinen Weg kreuzen werden.

 

Einen frechen Gruß an alle, denen es genauso geht

Melle

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Manuela ] [ Melle ]

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Stand: 16. March 2000