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2. Folge In der ersten Folge habe ich über das Thema
Selbstverletzung geschrieben, in dieser Folge, möchte ich über das Thema Essstörungen
schreiben. Unter krankhaften Essstörungen versteht man gegenwärtig die
Magersucht (Anorexia nervosa), die Fress-Brechsucht ( Bulimia nervosa), die Fress-Brechsucht,
die mit Abmagerung einhergeht (atypische Bulimia nervosa) und die Fettsucht (Adipositas).
Von der Magersucht sind vorwiegend junge Frauen
und Mädchen betroffen, zwar ist hier nicht immer ein Missbrauch der Grund dafür,
aber oft ist ein Aspekt davon. Durch den Missbrauch lehnen diese Frauen ihren Körper
ab, fühlen sich in Ihren Körper nicht mehr wohl. Sie fangen an regelrecht zu
hungern, magern dadurch immer mehr ab. Fast zeitgleich, beginnen sie mit übermäßigen
sportlichen Aktivitäten, den sie dann bis zur völligen Erschöpfung extensiv
betreiben. Doch nicht nur das Abmagern ist hierbei ein Aspekt, der als schon
fast zu spät erkanntes Warnsignal, zu beachten ist, sondern auch vielfältige
Veränderungen des Körpers, wie z.B. Haut-, Haar- und Nagelstörungen, ebenso
wie zerstörte Zähne, durch die ständige Belastung durch die Magensäure.
Unabhängig von den inneren Schädigungen der Organe und des Gehirns, auch das
Ausbleiben der Monatsblutung, ist hier besonders zu erwähnen. Bei der Fress-Brechsucht mit Abmagerung kommt es
zu regelrechten Fressattacken, die von selbst hervorgerufenes Erbrechen, in
manchen Fällen bis zu 30 mal am Tag. Dieses Muster bestimmt fast den ganzen
Tagesablauf der betroffenen Frauen. So können sie bei einer Mahlzeit, fast den
Kalorienverbrauch einer Woche zu sich nehmen und eine Minute später alles
wieder auskotzen. Trotz dieser gewaltigen Kalorienzufuhr, nimmt die betroffene
Frau immer mehr ab und das nicht nur durch das Auskotzen der Nahrung, sondern
auch durch Einnahme von Abführmitteln. Wobei diese Einnahme in den seltensten Fällen
zugegeben wird, oft werden sie sogar wütend, wenn sie darauf angesprochen
werden. Die Fettsucht verhält sich ähnlich, nur ist
hierbei eine massive Gewichtszunahme deutlich sichtbar. Die davon betroffenen
Frauen schämen sich ihres Körpers, manchmal kommt es sogar so weit, das sie
ihre Wohnung nicht mehr verlassen, keine sozialen Kontakte mehr pflegen und
jedes Einkaufen, von dringend benötigten Lebensmitteln, wird zum Spießrutenlauf
durch den Supermarkt. Der finanzielle Hintergrund, wird für die Frauen, egal an
welcher Essstörung sie leiden, manchmal ebenso zu einen Problem, wie bei einer
Drogenabhängigkeit. Nicht selten wird bis zum 5-fachen an Geld für
Lebensmittel ausgegeben, wie bei einer Frau ohne Essstörungen. Egal welche Form von Essstörung vorliegt, sie
hat auch immer etwas mit heimlicher Selbstverletzung zu tun und gerade diese
Heimlichkeit spielt eine wesentliche Rolle. Die Frauen streiten ab, dass sie
nichts Essen, dass sie erbrechen, ebenso wie die Einnahme von Abführmittel und
das exzessive treiben von Sport. Die Heimlichkeit, das sich selbst belügen,
verbindet einen Kampf um Macht, Kontrolle, Autonomie mit dem eigenen Körper.
Durch den erfahrenen Missbrauch, wird die Schuld dafür oft bei sich selbst
gesucht. Diese Schuld, wird versucht umzuwandeln in absolute Kontrolle des Körpers.
Das Ziel ist die Beherrschung und Unterwerfung, der Weg dorthin ist ein
sadomasochistischer Umgang mit dem Körper. Viele Frauen sind sich gar nicht
bewusst, wie bedrohlich ihr Kampf mit dem eigenen Körper und sich selbst ist.
Manchmal schweben sie mit äußerster Grandiosität über den körperlichen
Folgen ihrer Selbstbeschädigung. Es wird ein Gefühl der Unsterblichkeit
aufgebaut, doch es wird immer eine Gradwanderung zwischen Leben und Tod bleiben.
Es gibt mittlerweile sehr viel Literatur zu
diesem Thema, auf die auch ich zurückgegriffen habe, doch ist es wie bei jeder
Sucht, man muss sie erst einmal sich selbst eingestehen, bevor man bereit ist
damit zu arbeiten. Das Eingestehen und somit auch die Konsequenz, zu sich selbst
ehrlich zu sein, ist nicht einfach. Hier weiß ich genau wovon ich schreibe, es
war auch für mich ein langer Weg und er ist noch nicht zu Ende. Jeden Tag muss
ich manchmal neu erlernen zu leben, muss mit Situationen zurecht kommen, die ich
nicht will, doch sie gehören zu mir. Oft habe ich Angst wieder den Bezug zu mir
zu verlieren, habe ein fragmentiertes Körperbild, beschäftige mich mit meiner
Weiblichkeit und komme immer noch zu oft in Versuchung sie abzulehnen. Könnte
und möchte jetzt vielen Menschen Danken, die für mich da waren und weiter für
mich da sein werden, doch der erste Schritt dafür war die Ehrlichkeit mir
selbst gegenüber. Bis zur nächsten Folge Sandra |
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