|
|
Mein Coming Out
Tja wie war das damals denn gleich noch (grübel, überleg). So wie ich es damals erfahren habe, gibt es mehrere Coming-Outs. Das erste Coming-Out , war glaube ich mein eigenes. Das heißt also mir selber einzugestehen, dass ich Frauen liebe. Es war eher so, dass ich dachte es ist nur eine Phase, der ich keine Bedeutung beipflichten müsste. Also schob ich diesen Gedanken erst mal wieder weit fort und lebte so ganz glücklich weiter. Meine Denkweise damals war so: Ist nicht normal, also lassen wir es. Das Denken wurde sehr von der Gesellschaft beeinträchtigt. Wer von uns bekommt denn nicht schon als Kind eingetrichtert, Mann und Frau gehören zusammen. Alles andere entspricht nicht der Norm. Aber zurück zum Thema. Ich wurde auf diese ganze Thematik gestoßen, als damals eine Freundin zu mir kam und mir erzählte sie habe sich verliebt. Ich fand das schön für sie, dachte mir auch nichts dabei, als ich sie fragte in wen. Sie schaute mich an und sagte: in dich. Schluck, auf diese Offenbarung war ich nu wirklich nicht gefasst. Alles nur das nicht, dachte ich mir. Schaute sie an und meinte: Dass du auf Frauen stehst wusste ich nicht, aber ich leider nicht. Klasse Satz (ironischguck). Der Abend verlief dann doch anders als geplant. Ich war neugierig und irgendwann sagte ich mir wieso eigentlich nicht, du bist Single also mal ausprobieren. Es gefiel und ich musste mir irgendwann eingestehen, dass es mir besser gefiel als die übliche Art, eine Beziehung zu führen. Mit dem Zweiten Coming Out war es etwas schwieriger. Das war gegenüber meiner Eltern, wie erkläre ich es bloß meinen Eltern. Also hielt ich damit erst mal hintern Berg. Irgendwann ließ es sich nu wirklich nicht mehr verheimlichen. Mutter wunderte sich, dass ich keinen Freund mit nach hause brachte. Wir waren gerade auf den Weg nach Frankfurt, als ich ihr erzählte, dass ich nachmittags noch mal nach Frankfurt fahren würde. Sie fragte mich was da wäre. Ich überlegte und erzählte etwas von einer großen Parade durch Frankfurt. Wie Mütter nun mal so sind wollte sie es genau wissen. (schwitz was erzähle ich nun) Also erzählte ich von der Parade, die von Schwulen , Lesben und Freunden organisiert wurde (bekannt auch als CSD). Mutter nicht auf den Kopf gefallen: und zu was zählst du dich? (jetzt wurde es heikel) Auf alle Fälle nicht zu den Schwulen (grins, wollte die Situation auflockern). das ist mir klar Mutter schaute etwas ironisch aus der Wäsche. (schluck hätte nie gedacht es würde so schwer) ok ok, ich weiß nicht zu was ich mich zählen soll, nicht zu den Freunden eher zu den Lesben (puh, es war raus). Der Rest der Fahrt verlief stillschweigend. Da dachte ich mir, gut es ist draußen und ruhe ist damit. Zu früh gefreut am Abend kam meine Mutter auf mich zu und meinte (jetzt kommt die übliche Frage bei Müttern) Hab ich was falsch gemacht bei deiner Erziehung? Nein hatte sie nicht aber wie erklären. Inzwischen hat sie sich damit abgefunden und ist froh, dass ich glücklich bin. Habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihr. Bei meinem Dad war es einfacher, er guckte mich nur an und sagte: das weiß ich doch schon Klasse er hatte damit also nie ein Problem, heute sagen beide: du bist und bleibst unsere Tochter, Hauptsache du bist glücklich. Der dritte und letzte Schritt war mein Freundeskreis. Da gab es gemischte Reaktionen, es stellte sich auch bald raus, wer Freunde waren und wer nicht. Die beste Reaktion bekam ich von einer sehr guten Freundin, die mich ansah und meinte: Du hast dich doch als Mensch nicht geändert, du bist immer noch die selbe Person wie vorher. In diesem Satz liegt sehr viel Wahrheit. Ich habe in dieser Zeit viel über Menschen gelernt. Heute betrachte ich das ganze etwas anders, ich lebe wie es mir passt und wem das nicht gefällt, der muss ja nichts mit mir zu tun haben. Mir sind eh Menschen lieber, die mich so nehmen wie ich bin. Bis Bald Eure Petra
|
|
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: webmaster@blesz.de
|